28. April 2021

Warum brauche ich eine Berufsunfähigkeitsversicherung?

In unserem Artikel zu den wichtigsten Versicherungen (Link folgt) haben wir zusammengefasst, warum die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) eine hohe Priorität haben sollte. Hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung:

Wahrscheinlichkeit

Die eigene Arbeitskraft haben laut GDV lediglich 26% der Deutschen abgesichert. Statistisch gesehen wird jedoch rund jeder Vierte berufsunfähig. Warum eine Berufsunfähigkeit schließlich ein existenzbedrohendes Risiko darstellt, kann man anhand einer einfachen Rechnung erkennen:

Das durchschnittliche Nettoeinkommen pro Person in Deutschland lag im Jahr 2019 laut Statista bei ca. 2000 € im Monat. Gehen wir nun von einem 30-jährigen Angestellten aus, der aus gesundheitlichen Gründen seinem Beruf auf Dauer nicht mehr nachgehen kann. Bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren fehlen ihm Einnahmen durch seine Arbeit von über 888.000€ (!). Da es vom Staat keinen wirklichen Schutz gibt (Stichwort Erwerbsminderungsrente), ist hier eine private Absicherung unabdingbar.

Artikel: Welche Versicherungen solltest du zwingend haben.

In diesem Artikel erklären wir dir, welchen Schutz der Staat bietet und zeigen die Unterschiede zur BU auf.

Ursachen

Eine Berufsunfähigkeit liegt laut den Bedingungen guter BU-Verträge vor, wenn der zuletzt ausgeübte Beruf für voraussichtlich mindestens sechs Monate aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausgeübt werden kann. Die häufigsten Gründe hierfür könnten dich evtl. ein wenig überraschen. Häufig denken Kunden in der Beratung an Unfälle. Tatsächlich machen diese laut GDV allerdings nur 7,7% der Fälle aus. Etwa 1/3 aller Fälle treten infolge von Nervenkrankheiten auf, zu denen auch psychische Erkrankungen (z.B. Burnout/ Depression) zählen. Darauf folgen Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates (z.B. Bandscheibenvorfälle) sowie verschiedene Arten von Krebs. Das Risiko für diese Krankheiten steigt mit höherem Alter an. Es werden auch stetig mehr Menschen wegen psychischen Problemen krank. Im Durchschnitt wird jeder Vierte berufstätige Mensch in Deutschland berufsunfähig.

Jetzt kennst du grundsätzlich das Risiko und auch die wahrscheinlichsten Ursachen für eine Berufsunfähigkeit. Warum ist nun die private Absicherung unverzichtbar? Dafür ist ein Blick auf den staatlichen „Schutz“ nötig. Das folgende gilt sowohl für Angestellte, Selbstständige als auch für Beamte vor der Verbeamtung auf Lebenszeit.

Staatlicher Schutz?!

Für den Fall einer Berufsunfähigkeit hat der Staat die Erwerbsminderungsrente (EMR) vorgesehen. Was sofort auffällt, ist, dass der Name das Wort „Beruf“ gar nicht enthält und genau darin liegt auch eine der großen Schwachstellen dieses „Schutzes“. Für die EMR ist es nämlich nicht relevant, ob du in deinem zuletzt ausgeübten Beruf weiterhin arbeiten kannst, sondern ob du in jedem in Deutschland existierenden Beruf, Ort oder Verfügbarkeit arbeiten kannst. Wenn du also als Handwerker nicht mehr arbeiten kannst, jedoch über 6 Stunden am Tag in einem Büro in 200 km Entfernung am Empfang sitzen könntest, dann hast du keinen Anspruch auf EMR. Ob ein anderer Erwerb deinen Qualifikationen entspricht oder ein ähnliches Gehaltsniveau bietet, ist ebenfalls nicht relevant.

Um überhaupt einen Anspruch zu haben, musst du vor Eintritt der Erwerbsunfähigkeit mindestens fünf Jahre lang Mitglied der gesetzlichen Rentenversicherung gewesen sein und in den letzten fünf Jahren mindestens drei Jahre lang Beiträge gezahlt haben. Besonders für Berufseinsteiger ist das kaum zu erfüllen. Wie sieht die EMR aus, wenn man die Kriterien erfüllt, konkret aus? Es wird unterschieden zwischen der vollen und der teilweisen EMR. Anspruch auf die volle EMR besteht, wenn du weniger als drei Stunden täglich arbeiten kannst. Wenn du zwischen drei und sechs Stunden täglich arbeiten kannst, besteht nur Anspruch auf die teilweise EMR. Bei voller Erwerbsunfähigkeit kannst du mit etwa 34% deines Bruttoeinkommens rechnen, bei teilweiser Erwerbsunfähigkeit lediglich mit der Hälfte, also etwa 17%. Hier wird auch schnell deutlich, dass dies nicht ausreichend sein wird, um den eigenen Lebensstandard halten und Ausgaben decken zu können. Von den ca. 370.000 gestellten Anträgen auf EMR im Jahr 2019 wurden fast 40% komplett abgelehnt. Zu den angenommen Anträgen gehören auch die mit teilweiser EMR. Nicht erfasst wurden hierbei die Leute, die aufgrund von Aussichtlosigkeit oder Überforderung erst gar keinen Antrag gestellt haben.

Absicherung

Mit einer BU hingegen sicherst du dich speziell dagegen ab, deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben zu können. Du würdest also als gelernter Handwerker nicht auf einen Bürojob verwiesen werden können oder als studierter Manager nicht an der Schranke sitzen und einen Knopf drücken müssen. Anstatt der 34% des Bruttoeinkommens in der EMR kannst du in der BU i.d.R. bis zu 80% deines Nettoeinkommens bzw. 60 % deines Bruttoeinkommens absichern, damit du dich möglichst wenig einschränken musst – über eine Dynamik kannst du dich auch darüber hinaus absichern.

Wir können also festhalten, dass die Wahrscheinlichkeit, dass du im Fall der Fälle die staatliche EMR bekommst, eher gering ist und selbst wenn du sie bekommst, das Geld vermutlich nicht ausreichen wird. Als Absicherung gegen eine statistisch gesehen immer wahrscheinlicher werdende Berufsunfähigkeit ist die BU-Versicherung also unverzichtbar. Besonders gute Tarife leisten z.B. auch schon bei einer nachgewiesenen Krebserkrankung oder ab einem Pflegepunkt. Wir schauen uns die Bedingungen der verschiedenen Tarife genau an und helfen dir gerne bei der Auswahl deiner BU in einer ausführlichen Beratung.

Gerne kannst du dich in unserem Ratgeber weiter über das Thema informieren, dir von uns ein Angebot erstellen oder dich von uns ausführlich dazu beraten lassen.

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Autor

Philipp GrammlichFinanzberater

Veröffentlicht am

28. April 2021

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